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Historie

Soldan war von Anfang an ein Unternehmen mit gemeinnützigen Zielen. Die Idee unseres Gründers Hans Soldan war denkbar einfach: Kanzleibedarf in verlässlicher Qualität zu günstigen Preisen an Rechtsanwälte und Notare zu liefern, um mit dem Gewinn Selbsthilfeprojekte zum Wohle der Anwaltschaft zu schaffen.

links: Hans Soldan
mitte: Drahthefter
rechts: Gründungsanzeige der Wirtschaftlichen Vereinigung

1908-1918

Ein Unternehmen mit gemeinnützigen Zielen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachten niedrige Honorare und zunehmende Konkurrenz viele Anwälte in eine wirtschaftliche Notlage. Hans Soldan sah den Berufsstand in Gefahr. Um seinen Kollegen zu helfen, gründete er 1908 in Mainz den "Wirtschaftlichen Verband Deutscher Rechtsanwälte", der Kanzleiartikel direkt bei den Herstellern in großen Mengen einkaufte und sie preisgünstig unter Umgehung des Zwischenhandels an seine Mitglieder weitergeben konnte. Mit dem Gewinn des Verbandes finanzierte Soldan weitere Selbsthilfe-Einrichtungen, darunter die 1912 gegründete "Wissenschaftliche Hilfsstelle Deutscher Rechtsanwälte", die gegen geringe Honorare Rechtsgutachten verfasste und damit kleine Kanzleien unterstützte.

Ein anderes Projekt Soldans war die 1911 von ihm angeregte "Treuhand Deutscher Rechtsanwälte", die den Anwälten einen Anteil am wachsenden Markt der Vermögens- und Konkursverwaltung, aber auch der Beratung in wirtschaftlichen Fragen sichern sollte. Der Beginn des ersten Weltkriegs im August 1914 stoppte dieses ambitionierte Projekt und ließ auch die Geschäfte des Wirtschaftlichen Verbandes bis zum Kriegsende 1918 stark zurückgehen.

Alles für den Anwalt

Was immer Anwälte in ihrer Kanzlei und bei Gericht brauchten – Soldan konnte es bieten, und das zu günstigen Preisen. Bei Papier versprach der Wirtschaftliche Verband einen Preisvorteil von mindestens 25 Prozent; Anwaltsroben, die normalerweise zwischen 40 und 48 Mark kosteten, lieferte er für 28 bis 30 Mark pro Stück.
Neben diesen Waren hatte der Verband zunehmend auch innovative Produkte im Programm, die den Arbeitsalltag erleichterten, etwa Schreibmaschinen – für viele Kanzleien, die den Schriftverkehr noch mit Stift und Füllfederhalter erledigten, waren diese Geräte eine kleine Revolution.

Noch einen Schritt weiter ging der Verband mit den Kopierpressen, den Vorläufern heutiger Kopierer: Sie ermöglichten eine beschränkte Anzahl "mechanisch" gefertigter Abschriften, indem das mit Kopiertinte geschriebene Original auf feuchtes Kopierpapier "abgeklatscht" wurde. Anschließend wurden die Abzüge an langen, durch das Büro gezogenen Leinen wie Wäsche getrocknet.

Meilensteine

1908

Hans Soldan gründet den Wirtschaftlichen Verband Deutscher Rechtsanwälte, den Vorläufer der Hans Soldan Stiftung

 1911

Initiative für eine Treuhand Deutscher Rechtsanwälte, die Anwälte als Konkurs- und Vermögensverwalter, aber auch als Unternehmensberater vermitteln soll 

1912

Soldan gründet die Wissenschaftliche Hilfsstelle Deutscher Rechtsanwälte, die Rechtsgutachten für Anwälte erstellt 

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