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Historie

Soldan war von Anfang an ein Unternehmen mit gemeinnützigen Zielen. Die Idee unseres Gründers Hans Soldan war denkbar einfach: Kanzleibedarf in verlässlicher Qualität zu günstigen Preisen an Rechtsanwälte und Notare zu liefern, um mit dem Gewinn Selbsthilfeprojekte zum Wohle der Anwaltschaft zu schaffen.

links oben: Gebührentabelle in Miniaturausgabe
links unten: Kurhotel Juliushall
rechts: Geschäftsstelle Berlin

1918-1933

Neuanfang in schwierigen Zeiten

Die ersten Jahre der 1919 gegründeten Weimarer Republik waren von politischen Unruhen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekennzeichnet. Hans Soldan gelang es dennoch, den Wirtschaftlichen Verband wieder aufzubauen. Dann kam das Jahr 1923: Im März wurde Soldan wegen passiven Widerstands aus dem französisch besetzten Mainz ausgewiesen. Wegen der Hyperinflation musste die DRAZ kurze Zeit später eingestellt werden, der Wirtschaftliche Verband stand vor dem Ruin. Nach der Berufung an das Reichsgericht in Leipzig, dem obersten deutschen Straf- und Zivilgericht, war Soldan jedoch in der Lage, den Verband aus eigenen Mitteln zu retten.

Mit Ernst Nagel stellte er 1924 den ersten Geschäftsführer ein und begann mit dem Aufbau eines Außendienstes. Dank dieser Maßnahmen und einer anziehenden Konjunktur blühte der Handel mit Kanzleibedarf wieder auf. Zur Sicherung seines Lebenswerkes gründete Soldan im Juni 1929 die "Hans-Soldan-Stiftung", in der der Wirtschaftliche Verband aufging.

Trotz der Ende 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise wuchs auch die Stiftung. 1931 kaufte sie eine Druckerei und pachtete als Erholungsheim für deutsche Rechtsanwälte das "Kurhotel Juliushall" in Bad Harzburg.

Das Fräulein Kollegin

Die Weimarer Republik brachte die Emanzipation der Frauen deutlich voran. 1919 erhielten sie erstmals das Wahlrecht und die "gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten" wie Männer. Auf die Forderung, juristische Berufe für Frauen zu öffnen, reagierten viele Richter und Rechtsanwälte dennoch mit Empörung: Frauen seien wegen ihrer Emotionalität nicht in der Lage, sachlich zu urteilen. Es hieß sogar, die Verurteilung durch eine Richterin verletze die "Männerwürde" – eine Haltung, die Hans Soldan mit der Frage zurückwies, ob es nicht auch eine "Frauenwürde"“ gäbe.

Soldan war einer der wenigen Juristen, die sich rückhaltlos auf die Seite der Frauen stellten. Bereits 1909 hatte er in der DRAZ ein Plädoyer für die Rechtsanwältin gehalten: Ob Frauen den Rechtsanwaltberuf ergreifen, dürfe wie beim Mann allein von den individuellen Fähigkeiten abhängen. Soldan war mit dieser Haltung seiner Zeit voraus, erst im Juli 1922 wurden Frauen zu Ämtern der Rechtspflege zugelassen.

Meilensteine

1923

Hans Soldan wird wegen passiven Widerstands aus Mainz ausgewiesen und muss aufgrund der Hyperinflation die DRAZ einstellen. Er wird als Anwalt ans
Reichsgericht in Leipzig berufen

1924

Soldan setzt einen Geschäftsfüher ein und baut einen Außendienst auf

1929

Gründung der "Hans-Soldan-Stiftung"“ mit Sitz in Leipzig

1931

Die Stiftung erwirbt eine eigene Druckerei und pachtet ein Kurhotel in Bad Harzburg

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