Mehr Sicherheit bei E-Mails – Teil 2

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Eine Maßnahme für mehr Sicherheit bei E-Mails ist ein vernünftiger Viren- und Spamschutz. So schützen Sie nicht nur ihre eigenen Systeme, sondern auch die Ihrer Geschäftspartner und Mandanten. Dazu sind Sie als Anwalt, Notar oder Steuerberater nach datenschutzrechtlicher, berufsrechtlicher und strafrechtlicher Sicht auch verpflichtet.

Für einen umfassenden Virenschutz benötigen Sie ein Anti-Viren-Programm und eine performante Firewall.

Der Virenschutz muss auf allen Geräten installiert sein (auch auf dem Smartphone und Tablet) und regelmässig durch Udpates auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Eine Firewall ist darüberhinaus unerlässlich und schützt Ihren PC auf zwei Arten vor dem Internet: Einerseits verhindert sie Eingriffe von außen, andererseits legt sie fest, welche Programme mit dem Internet kommunizieren dürfen.

Sie funktioniert jedoch nur, wenn Sie Ihre Firewall richtig konfigurieren und regelmässige Updates eingespielt werden. Die herausfordernde Konfiguration sollte von einem IT-Spezialisten vorgenommen werden. Als Alternative verwenden Sie die vorgeschlagenen Standard-Einstellungen. Damit blockieren Sie nicht durch widersprüchliche Einstellungen Ihren Datenverkehr und die Zugriffsmöglichkeiten.

Viel hilft viel – stimmt nicht immer

Firewalls als Software-Lösung gibt es auch gratis. Sie müssen nicht extra ein großes Schutzpaket kaufen. Jedoch beachten Sie: Die zusätzliche Installation einer Firewall setzt einen schnellen PC voraus, damit sie störungsfrei läuft. Anderenfalls wird empfohlen, die Standard-Windows-Firewall einzusetzen, die Ihr System oftmals ausreichend schützt.

Aktivieren Sie aber nur eine Firewall. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass sich mehrere Firewalls gegenseitig stören und Ihren PC „lahmlegen“. Vor allen Dingen dann, wenn sie sich in ihren Einstellungen widersprechen.

Aber: Für das Höchstmaß an Sicherheit reichen weder die Windows- noch eine Desktop-Firewall aus.

Dies liegt darin begründet, dass Software Sicherheitslücken aufweisen kann. Die perfekte Lösung ist eine Hardware-Firewall, die zwischen Internet und PC sitzt. Heutige Router sind standardmäßig mit einer solchen Firewall ausgerüstet.

Jedoch gilt: Router ist nicht gleich Internetmodem, bei dem keine Firewall integriert ist. Solche reinen DSL-Modems ohne integrierte Firewall gibt es teilweise beim Abschluss eines DSL-Laufzeitvertrags von den Providern. Sie sind mehrheitlich in ihren Funktionalitäten aus Preisgründen stark eingeschränkt. Daher gilt: Kaufen Sie sich einen Hardware-Router, der eine Firewall beinhaltet und aktualisieren sie diese regelmässig über Updates.

Ein Beispiel in der jüngsten Vergangenheit stützt diese These: So wurde Ende November 2016 über einem Hacker-Angriff versucht, Schadsoftware auf DSL-Routern zu installieren. Dies führte zum Ausfall von über 900.000 DSL-Endpunkten und damit den Internet- und Telefonanschlüssen von Telekom-Kunden, wie das BSI mitteilte: Hacker-Angriff auf DSL-Router .

Hardware-Router mit integrierter Firewall sind nicht teuer

Der Markt hält sowohl Geräte mit oder ohne Funktechnologie (WLAN) bereit. Darüber hinaus gibt es Router, die neben der Firewall auch ein Modem umfassen. Der Vorteil: Der Anwender benötigt nur ein Gerät für den Internetzugang und sorgt für eine messenswerte Strom-Ersparnis.

Aber auch hier gilt:

Sorgen Sie für eine optimale und störungsfreie Konfiguration

Das Einrichten einer Hardware-Firewall ist nicht ganz einfach. Der unerfahrene Anwender sollte auch hier mit der Standard-Einstellung arbeiten. Im schlimmsten Fall ist ansonsten keinerlei Internetzugang mehr möglich und eine Lösung des Problems sehr kompliziert und zeitaufwändig.

Irrtümer und Fakten zu Firewalls bzw. E-Mail- und Computersicherheit

Die Firewall schützt vor Viren?

Viren, Trojaner und andere Computerschädlinge können Ihren Netzwerk angreifen, da eine Firewall sie nicht abwehren kann. Daher ist es unerlässlich, dass ein aktuelles Virenschutzprogramm installiert ist, um für eine perfekte E-Mail-Sicherheit zu sorgen.

Neugier und Sorglosigkeit des Menschen sind das größte Sicherheitsrisiko!

Ein gesundes Misstrauen ist auch bei einer hochperformanten Firewall und Antiviren-Software angebracht und schützen das System vor Angriffen. Sensibilisieren Sie auch Ihre Mitarbeiter für dieses Thema. Lesen Sie alle Informationen auf einer Webseite genau durch, bevor Sie Ihre persönlichen Daten angeben, öffnen Sie keine Mails von Absendern, die Sie nicht kennen.

Sind Sie vor allen Dingen vorsichtig beim Download von Mail-Anhängen. In den letzten Monaten wurden spektakuläre Angriffe auf Krankenhäuser, Konzerne, Firmen und auch Privatleute verübt. In der Folge wurden Daten komplett verschlüsselt und somit unbrauchbar gemacht. Davon ist nicht nur der Rechner, auf dem der Trojaner aktiviert wurde, betroffen. Es werden alle vernetzten Laufwerke, Rechner, Festplatten und Cloudspeicher infiziert. Daher sind einige Firmen in Deutschland dazu übergegangen, MS-Office-Dokumente aus eingehenden E-Mails automatisch zu entfernen und so für sichere E-Mails zu sorgen. Mehr Informationen hierzu Krypto-Trojaner

E-Mail-Sicherheit – zwei Firewalls sind besser?

Eine Hardware- und eine Software-Firewall in Kombination ist empfehlenswert. Der Einsatz von zwei Software-/Desktop-Firewalls oder einer Software-/Desktop-Firewall und der Windows-Firewall führt zu Störungen in der Verfügbarkeit und ist zu vermeiden.

Unterschied zwischen Router und Internetmodem

Router verbinden zwei Netzwerke miteinander, zum Beispiel das heimische LAN mit dem Internet. Dies kann je nach Gerät per Kabel (LAN) oder Funktechnologie (WLAN) geschehen. Router verfügen oft über eine Firewall sowie über Anschlüsse für mehrere PCs. Es gibt Geräte mit und ohne Modem.

Ein Internet-Modem ist ein Gerät, mit dem sich der Anwender ins Internet einwählen kann. Kabel-Modems werden mit der TV-Dose, DSL-Modems mit einem Telefonanschluss verbunden.

Die IP-Adresse ist eine Adresse für PC’s und Router, die im gleichen Netzwerk nur einmal vorhanden sein darf. Sie besteht aus vier Zahlen, die Werte von 0 bis 255 annehmen können und mit einem Punkt getrennt werden, beispielsweise 192.163.2.42

Wie halten Sie das in Ihrer Kanzlei? Über Anregungen und Tipps freuen wir uns.

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An weiteren Tipps rund um die E-Mail-Sicherheit interessiert? Mehr Sicherheit bei E-Mails – Teil 1

2 KOMMENTARE

  1. Der Titel ist gefährlich irreführend! Sichere E-Mails gibt es nämlich nicht, da eine E-Mail regelmäßig im Klartext durch das gesamte Internet über diverse Server versandt wird. Jeder Systemadministrator kann eine E-Mail abfangen und lesen. Korrekt wäre der Titel in etwa: „Die Infizierung durch Viren per E-Mail verhindern – so geht es!

    • Sehr geehrter Herr Schebitz, herzlichen Dank für Ihren Einwand. Wir haben den Titel bereits geändert und gehen davon aus, dass er jetzt klar formuliert ist. Beste Grüße aus Essen und noch einen erfolgreichen Tag – Ihr Soldan #insights-Team

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