Geschlechterspezifischer Wandel kann Nachwuchssorgen in der Anwaltschaft verursachen

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Geschlechterspezifische Tätigkeiten gibt es nicht nur allgemein im Berufsleben, sondern auch in den Tätigkeitsschwerpunkten innerhalb der Anwaltschaft. So konzentrieren sich Rechtsanwältinnen in sehr wenigen Teilgebieten des Rechts. Dazu zählen in erster Linie das Familien-, das Sozial-, das Migrations- und das Medizinrecht. Rechtsanwälte dominieren dagegen in wirtschaftsrechtlichen Fachbereichen, aber auch in Rechtsgebieten, in denen naturwissenschaftliches oder technisches Verständnis erforderlich ist wie Bau- und Architektenrecht oder IT-Recht. Diese Feststellungen gehen auf Untersuchungen des Soldan Instiuts zurück, an der sich 1.614 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beteiligt haben.

Aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkte von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten werden vor allem Kanzleien, die vornehmlich wirtschaftsrechtliche Mandate bearbeiten, vor größeren Herausforderungen stehen, wenn sukzessive die älteren Anwälte ausscheiden. Um Nachwuchssorgen zu vermeiden, müssen sie versuchen, mit Aspekten wie Work-Life-Balance und Familienfreundlichkeit bei weiblichen Berufseinsteigern zu punkten, empfiehlt Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts. Allerdings werde es seiner Meinung nach bei rückläufigen Absolventenzahlen generell schwieriger werden, weibliche Berufseinsteiger für den Anwaltsberuf zu gewinnen, da es diese eher in die Justiz und Verwaltung zieht, die allgemein als familienfreundlicher gelten.

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