Neue Veröffentlichungen aus dem Soldan Institut

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Drei neue Publikationen zur Anwaltschaft hat das Soldan Institut in jüngster Zeit veröffentlicht. So ist die achte Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs der Anwaltschaft neu erschienen. Auf 345 Seiten liefert es umfassende statistische Daten rund um die Anwaltschaft und den Rechtsdienstleistungsmarkt in Deutschland und schreibt die Datenreihen der vorherigen Ausgaben fort. Darüber hinaus bietet das Jahrbuch 2021/2022 auch einige Neuerungen. Dazu gehören:

  • differenzierte Daten zu Abgängen aus der Anwaltschaft wie Alter ausscheidender Anwälte und Zahl der Todesfälle
  • empirische Befunde zu Kammerwechseln
  • Daten über die Art der Zulassung der Rechtsanwälte in den jeweiligen regionalen Kammerbezirken wie Rechtsanwälte mit Doppelzulassung, Nur-Syndikusanwälte und Nur-Rechtsanwälte
  • Statistiken zu den größten deutschen Anwaltskanzleien sind hingegen entfallen, da immer mehr nicht-anwaltliche Juristen in großen Wirtschaftskanzleien tätig sind, andererseits immer mehr Anwälte in Teilzeit arbeiten und somit die Anzahl der Berufsträger für die Kanzleigröße nicht mehr so aussagekräftig ist.

Ebenfalls neu erschienen ist der Forschungsbericht (Band 26) „Das Berufs- und Privatleben von Rechtsanwälten – ein europäischer Vergleich“. An dem Projekt haben die Anwaltschaften Deutschlands, Spaniens, Frankreichs, Belgiens (Wallonie) sowie Luxemburgs teilgenommen. Auch Österreich, Tschechien und Italien haben sich engagiert. Das Soldan Institut ist in Abstimmung mit der Bundesrechtsanwaltskammer und dem Deutschen Anwaltverein für den empirischen Teil verantwortlich gewesen. Ziel des Forschungsberichtes ist es, die Lebensrealität der Anwaltschaft besser zu verstehen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede im europäischen Vergleich herauszuarbeiten. Das ist von Bedeutung, weil in der Öffentlichkeit die Auffassung herrscht, dass Anwälte viel und lange arbeiten müssen, jüngere Generationen jedoch größeren Wert auf die „Work-Life-Balance“ legen. Daher sei es reizvoll zu klären, ob und inwieweit das „tradierte Bild des anwaltlichen Berufslebens mit der Realität übereinstimmt, wie der Anwaltsberuf im Einzelnen ausgestaltet ist und welche Schwierigkeiten von den Berufsträgern zu meistern sind“. Untersucht wurden beispielsweise:

  • wöchentliche Arbeitszeiten
  • Möglichkeiten von Heimarbeit und die Förderung durch die Kanzlei
  • Beeinflussung beruflicher Entwicklung durch das Geschlecht
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Kinderbetreuung, Verteilung der häuslichen Aufgaben, Zeit für Hobbys, Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance)

Bei der dritten Publikation, die das Soldan Institut jetzt beim Nomos Verlag veröffentlicht hat, handelt es sich um den Forschungsbericht (Band 27) „Law Clinics in Deutschland“. Die studentischen Rechtsberatungen nach anglo-amerikanischem Vorbild erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Deutschland, nachdem der Gesetzgeber mit dem 2008 in Kraft getretenen Rechtsdienstleistungsgesetz überhaupt erst den rechtlichen Rahmen dafür gesteckt hat. Der Forschungsbericht erläutert das Konzept der klinischen Juristinnen- und Juristenausbildung, analysiert die deutsche Law Clinic-Landschaft und bietet darüber hinaus detaillierte Informationen über die 75 Law Clinics, die sich inzwischen in Deutschland gegründet haben.