Typo Tipps – Versalien

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Einfach nur große Buchstaben?

Natürlich nicht, Versalien sind die GROSSBUCHSTABEN des Alphabets und genau in diesem ersten Wortbeispiel zeigt sich eine Tücke der deutschen Schriftsprache: während es in gemischter Schreibweise „Großbuchstabe“ heißt (immer noch – auch nach der Rechtschreibreform) wird aus dem „ß“ in der VERSAL-Schreibweise ein doppeltes „SS“. Bereits hier sieht man deutlich, dass eine Verwendung der Versalschreibweise mit Bedacht zu wählen ist, aber dazu später mehr.

Versalien betonen Texte und strukturieren sie

Der Begriff Versal leitet sich vom lateinischen „versus“ ab = das Umwenden des Pfluges in der Furche, und meint damit das Hervorheben der Texte zu Beginn einer Zeile. Auch heute noch werden Versalien gerne genommen, um Texte zu betonen und typografisch zu strukturieren.

Initial

Die ursprüngliche Bedeutung der Versalien zur Hervorhebung von Texten geht leider vielfach durch zu häufigen Gebrauch verloren. Dabei sind Versalzeilen durch die gleichförmige Größe der Buchstaben deutlich schlechter lesbar als gemischte Textzeilen:

Versal - gemischt

Hier gleich noch ein Praxistipp: wenn Sie in Word längere Texte in Versalien schreiben wollen, sollten Sie den Text zunächst wie gewohnt gemischt schreiben und danach erst im Schriftart-Menu auf Großbuchstaben umstellen. Das hat den Vorteil, dass Sie bei Nichtgefallen jederzeit zurückstellen können.

Ein weiterer Tipp, um die Lesbarkeit von Versalzeilen zu verbessern, ist die Möglichkeit, die Buchstabenabstände zu erweitern:

Buchstabenabstand

Eine viel zu selten genutzte Variante der Versalien sind die Kapitälchen:

Kapitälchen

Dabei werden die eigentlichen Kleinbuchstaben aus verkleinerten Versalien geschrieben. Dadurch behalten Kapitälchen den Textrhythmus bei und gliedern sich optisch besser ein als reine Versalien. Auch diese Einstellung lässt sich einfach über das Schriftart-Menu anwählen.

Quelle: Wikipedia