Die Nachricht stimmt etwas zuversichtlich: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zur/zum Rechtsanwalts- oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist nur noch leicht gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Abwärtstrend, der im Jahr 2022 mehr als 11 Prozent und 2023 knapp 5 Prozent betragen hat, ist somit gebremst worden.
Nach der aktuellen Statistik, die die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) am 23.01.2026 veröffentlicht hat, wurden im vergangenen Jahr 2.885 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen gegenüber 2.906 im Vorjahreszeitraum (minus 0,72 Prozent). Dabei wurden nur die Ausbildungsverträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1.10. des Vorjahres bis zum 30.9. des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden und die am 30.9. auch noch bestanden haben, teilt die BRAK mit.
Die Ausbildungszahlen haben sich in den einzelnen Rechtsanwaltskammerbezirken jedoch sehr unterschiedlich entwickelt und zwar unabhängig davon, ob es sich um großstädtisch oder eher ländlich geprägte Bezirke handelt. In 13 Kammerbezirken stiegen die Zahlen deutlich, neun Kammern hingegen mussten sinkende Zahlen melden. In den restlichen Kammerbezirken blieb die Situation nahezu unverändert.
Nach Ansicht der BRAK haben die gestiegenen Vergütungsempfehlungen für Auszubildende, aber auch Kampagnen, um die Bekanntheit und Attraktivität des Berufes zu steigern, dazu geführt, dass der Abwärtstrend der vergangenen Jahre aufgehalten wurde. Auch das von der Kammer Koblenz initiierte Ausbildungssiegel „Azubi-geprüft“ zeigt Erfolge. Das beweisen nach den Worten von Rechtsanwältin Melanie Theus, Geschäftsführerin der Rechtsanwaltskammer Koblenz, auch die gesunkenen Abbrecherquoten. Diese Zahlen sollen in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

