Auch vor Corona haben viele Anwälte im Homeoffice gearbeitet

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Viele Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie derzeit von zuhause. Wie es vor dem Ausbruch des Virus um die Arbeit im Homeoffice in der Anwaltschaft bestellt war, hatte das Soldan Institut unlängst untersucht und dazu 1.614 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte befragt. Von den Befragten gab etwas weniger als die Hälfte an, gelegentlich (22 Prozent) bis häufig (ebenfalls 22 Prozent) geplant, also nicht spontan nach Feierabend oder am Wochenende, vom heimischen Schreibtisch aus zu arbeiten. Bei 29 Prozent der Studienteilnehmer kam Heimarbeit dagegen selten und bei 27 Prozent nie vor. Sehr aufgeschlossen standen Kanzleien schon bislang der Heimarbeit ihres anwaltlichen Personals gegenüber. Die Befragten berichteten, dass 43 Prozent der Kanzleien die Arbeit im Homeoffice fördern, bei den Anwältinnen etwas mehr als bei den Anwälten. Bei den Berufsträgern, die bislang noch nicht im Homeoffice arbeiteten, war jedoch der Wunsch danach mit lediglich 6 Prozent nicht besonders ausgeprägt.

Ganz anders sieht es dagegen bei den nicht-anwaltlichen Kanzleimitarbeitern aus. Nur 16 Prozent gaben an, dass sie in ihrer Kanzlei grundsätzlich oder ausnahmsweise im Homeoffice arbeiten dürfen. 84 Prozent berichteten, dass ihnen ihr Arbeitgeber keine solche Möglichkeit eröffnet. Das geht aus der Studie „Personal in Anwaltskanzleien“ hervor, für die die Kölner Berufsforscher mehr als 3.000 Kanzleimitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Jahr 2016 befragt haben. Danach würde etwas weniger als die Hälfte der Befragten, gern auch im Homeoffice arbeiten können. „Arbeitgeber, die in den derzeitigen Krisenzeiten, positive Erfahrungen mit der Heimarbeit ihrer nicht-anwaltlichen Mitarbeiter gesammelt haben, werden vielleicht künftig, diesem Wunsch aufgeschlossener gegenüberstehen“, stellt Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts und Juraprofessor an der Universität Köln, fest.