Außerhalb der Großstadt erfolgreich: Soldan zeichnet innovative Kanzleigründungen aus

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Mit einem guten Konzept kann auch außerhalb von Großstädten nach wie vor eine Kanzleigründung erfolgreich gelingen. Das zeigen die Gewinnerinnen und Gewinner des Kanzlei-Gründerpreises, den der Branchenspezialist Soldan zusammen mit der Bundesrechtsanwaltskammer und dem Deutschen Anwaltverein nun schon zum 10. Mal vergibt. Der erste Platz ging an die Kanzlei Unfall-Re in Bad Wörishofen. Die Gründerin, Rechtsanwältin Stefanie Moser, hat sich konsequent auf die Unfallregulierung spezialisiert und zählt sowohl Geschädigte also auch unfallregulierende Autohäuser zu ihren Mandanten. Bei der Mandatsabwicklung setzt sie in hohem Maße auf standardisierte Abläufe, was eine effiziente Bearbeitung und zugleich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erlaubt. Das Konzept sei zukunftsträchtig und auch gegenüber nicht-anwaltlichen Dienstleistern konkurrenzfähig, urteilte die Jury.

Auf dem zweiten Platz landeten in diesem Jahr gleich zwei Gewinner: die von Allwörden Rechtsanwälte PartG mbB in Stade sowie Juraport.SH in Rendsburg. Beide Kanzleien haben sich mit besonderen Fachanwaltschaften über den regionalen Markt hinaus etabliert. Bei der Kanzlei der beiden Brüder Benjamin und Sebastian von Allwörden handelt es sich um das Bank- und Kapitalmarktrecht sowie das Urheber- und Medienrecht. Darüber hinaus beraten die beiden Unternehmen und Privatpersonen in der Region zu zivil- und wirtschaftrechtlichen Fragestellungen.

Dagegen zeichnet sich die von Philipp Gabrys gegründete Kanzlei Juraport.SH durch ein „Drei-Säulen-Konzept“ aus: Als Anwalt vor Ort bietet die Kanzlei Grundversorgung im Arbeits-, Verkehrs- und Baurecht. In der Region Schleswig-Holstein zählen die beiden Fachanwälte für IT- und Datenschutzrecht zu den wenigen Experten auf diesem Gebiet. Überregional betreiben sie zusammen mit einem Wirtschaftsinformatiker eine Plattform, über die sie berufsgruppenspezifische Datenschutzerklärungen anbieten. 

Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Institut, sieht in dem diesjährigen Gründerwettbewerb ein wichtiges Signal für die Anwaltschaft: „Seit einigen Jahren gehen die Anwaltszahlen in Deutschland zurück – besonders stark außerhalb der Großstädte. Unsere Gewinner haben gezeigt, dass sich deshalb in der Fläche mit durchdachten Konzepten für Neugründungen interessante Chancen bieten.“ Die Gewinnerinnen und Gewinner dürfen sich über ein Preisgeld von insgesamt 11.000 Euro freuen. Eine feierliche Preisverleihung fand jedoch aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

Über den „Kanzlei-Gründerpreis“
Der 2001 erstmals verliehene „Kanzlei-Gründerpreis“ findet in der Regel alle zwei Jahre statt. An dem renommierten Wettbewerb können junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte teilnehmen, die ihre Kanzlei in alleiniger Verantwortung oder gemeinsam mit Kollegen gegründet haben. Für den Kanzel-Gründerpreis 2021 konnten sich Gründungen aus den Jahren 2016 bis 2019 bewerben. Mitglieder der Jury waren: Edith Kindermann (Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins), Dr. Thomas Remmers (Vizepräsident der Bundesrechtsanwaltskammer und Präsident der Rechtsanwaltskammer Celle), Michael Eckert (Vorstand der Hans-Soldan-Stiftung), Ruth Nobel (Forum Junge Anwaltschaft), Christian Lieb (Geschäftsführer der Hans Soldan GmbH) und Prof. Dr. Matthias Kilian (Direktor des Soldan Instituts). Nähere Informationen zum Gründerpreis seit 2001.

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Anke Stachow ist freie Journalistin mit dem Schwerpunkt „Recht und Steuern“. Seit Anfang 2015 schreibt sie für Soldan regelmäßig über Themen, die Anwälte und Steuerberater interessieren. Anke Stachow hat viele Jahre als Redakteurin für die Financial Times Deutschland und die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet.