djt 2016 – Rechtsanwalt Martin Huff steht Rede und Antwort

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Rechtsanwalt Martin W. Huff

Der 71. Deutsche Juristentag (djt) findet vom 13. bis 16. September 2016 in Essen statt. Rund 2.500 bis 3.000 Experten aus Justiz, Anwaltschaft, Politik und Wissenschaft werden aktuelle Fragen in den verschiedenen Rechtsgebieten diskutieren und Beschlüsse mit Empfehlungen an den Gesetzgeber fassen. Rechtsanwalt Martin W. Huff ist seit
vielen Jahren ehrenamtlich Pressesprecher des djt und erklärt die Bedeutung dieser besonderen Veranstaltung.

Der Deutsche Juristentag lädt Experten dazu ein, Recht mitzugestalten. Wie funktioniert das?

Auf dem Juristentag darf jeder Jurist über die Themen der verschiedenen Abteilungen mitdiskutieren und als Mitglied des djt e.V. auch abstimmen. Damit kann jeder seine eigene Meinung einbringen und sich intensiv an den Beschlüssen des djt beteiligen.

Welche Gesetzesentwicklungen hat der Juristentag in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt? Können Sie Beispiele nennen?

Als Beispiel seien hier die Neuregelungen zum Rechtsdienstleistungsgesetz, aber auch Änderungen im Familienrecht oder im Schadenersatzrecht genannt. Oftmals wartet der Gesetzgeber die Beratungen des djt ab, um die Empfehlungen dieser Institution mit in das Gesetzgebungsverfahren aufzunehmen.

Wer entscheidet über die Themen, die in den jeweiligen Abteilungen besprochen werden?

Die Themen legt die Ständige Deputation, der Vorstand des djt, fest. Aber: Jeder kann der Deputation Vorschläge unterbreiten. Diese werden dann auch in der Diskussion berücksichtigt.

Welches Thema wird Ihrer Meinung nach besonders kontrovers in Essen diskutiert werden?

In diesem Jahr werden im Zivilrecht sicherlich die Fragen der Anpassung des Bürgerlichen Gesetzbuches an die digitale Welt und ihre Herausforderungen das zentrale Thema sein. Im Strafrecht wird die Diskussion über die Medienberichterstattung in Strafverfahren im
Mittelpunkt stehen.

Ist der Juristentag in erster Linie für Rechtswissenschaftler und Rechtspolitiker interessant oder auch für praktisch tätige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte?

Gerade die Anwälte, die immer regelmäßig ein Drittel der Teilnehmer stellen, haben die Chance, ihre Erfahrungen aus der Beratung und Vertretung einzubringen und sich nicht erst mit den Folgen neuer Gesetze auseinandersetzen.

Das sind die Themen in Essen

  • Zivilrecht: Digitale Wirtschaft – Analoges Recht – Braucht das BGB ein Update?
  • Arbeitsrecht: Digitalisierung der Arbeitswelt – Herausforderungen und Regelungsbedarf
  • Strafrecht: Öffentlichkeit im Strafverfahren – Transparenz und Schutz der Verfahrensbeteiligten
  • Öffentliches Recht: Funktionswandel der Verwaltungsgerichtsbarkeit unter dem Einfluss
    des Unionsrechts – Umfang des Verwaltungsrechtsschutzes auf dem Prüfstand
  • Wirtschaftsrecht: Empfiehlt sich eine grundlegende Reform des Personengesellschaftsrechts?
  • Familienrecht: Rechtliche, biologische und soziale Elternschaft – Herausforderungen
    durch neue Familienformen