„Wir bieten Beratung und Service, wie er sonst in der Großstadt üblich ist“

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Gewinner des Soldan Kanzlei-Gründerpreises

2019 haben die beiden Brüder Dr. Sebastian und Benjamin von Allwörden zusammen ihre eigene Kanzlei gegründet. Die von Allwörden Rechtsanwälte PartG mbB in Stade (Niedersachsen) bei Hamburg berät Mandanten umfassend zu wirtschaftsrechtlichen und privatrechtlichen Fragen. Die Jury des Soldan Kanzleigründerpreises überzeugte das Konzept der beiden Gründer und zeichnete im Dezember ihr unternehmerisches Engagement mit dem zweiten Platz in diesem Wettbewerb aus. Im Folgenden berichtet Rechtsanwalt Dr. Sebastian von Allwörden, warum er sich mit seinem Bruder mit einer Kanzlei vor den Toren der Großstadt Hamburg etabliert hat.

Was zeichnet ihr Kanzleikonzept aus?

Dr. Sebastian von Allwörden: Wir bieten unseren Mandanten hier in Stade exzellente und spezialisierte rechtliche Beratung und einen Service, wie es vor allem für wirtschaftsberatende Kanzleien in der Großstadt üblich ist. Wir beraten schwerpunktmäßig im Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht und zur Unternehmensnachfolge. Viele unserer Mandanten hätten früher für komplexere Rechtsfragen wahrscheinlich eine Kanzlei in Hamburg aufgesucht. Zu unseren Spezialthemen wie Venture-Capital- und Start-up-Finanzierung sowie Urheber- und Medienrecht beraten wir als Fachanwälte ohnehin bundesweit. Hier spielt der Standort überhaupt keine Rolle. Hinzu kommt, dass Stade unsere Heimatstadt ist und wir hier gut vernetzt sind.

Ist die Gründung einer Kanzlei in der Kleinstadt heutzutage einfacher als in der Großstadt?

Seinen Bekanntheitsgrad zu steigern, ist sicherlich in einer kleinen Stadt wie Stade einfacher – zumal wir auch noch hier aufgewachsen sind. Es fällt auch leichter, sich von den Wettbewerbern abzugrenzen. Mein Bruder und ich haben zuvor in hoch spezialisierten Wirtschaftskanzleien gearbeitet. Vieles, was dort bereits seit langem Gang und Gäbe ist, setzen wir auch bei uns um. Wir legen zum Beispiel großen Wert auf effiziente Arbeitsabläufe, digitale Prozesse und eine klare Mandantenorientierung. Viele Kanzleien im eher ländlichen Raum sind nach unserer Wahrnehmung noch nicht in der modernen Kanzleiwelt angekommen, was sowohl die technische Ausstattung als auch die Mandantenkommunikation betrifft.

Können Sie das bitte näher erklären?

Wir achten zum Beispiel darauf, dass wir auf Mandantenanfragen innerhalb von 24 Stunden antworten. Und wir legen großen Wert auf ein professionelles und ansprechendes Ambiente. Besprechungen finden bei uns grundsätzlich in einem Konferenzraum statt und nicht – wie in vielen kleineren Praxen noch üblich – im Büro des Anwalts zwischen den Aktenbergen. Bei uns sitzt niemand in einem Wartezimmer wie beim Arzt, bis er dann aufgerufen wird. Wir vereinbaren Termine, übrigens auch für Onlinekonferenzen. Wir bieten die Qualität, das Ambiente und den Service wie wir es aus der Großkanzlei beziehungsweise der hochspezialisierten Boutique unserer vorherigen Tätigkeit kennen. Die Stundensätzen, die wir hier für die normale rechtliche Beratung verlangen, sind allerdings geringer als in Hamburg oder Berlin, wo mein Bruder und ich zuvor gearbeitet haben.

Gleichwohl werden Sie demnächst noch ein Büro in Hamburg eröffnen. Warum?

Wir wollen über dieses Büro unsere Mandatskontakte in Hamburg noch besser pflegen und weiter ausbauen. Wir werden aber nicht nach Hamburg umziehen, sondern dort lediglich einen weiteren Standort in Ergänzung zu unserer Hauptniederlassung in Stade eröffnen.

Ist der Standort in einer Kleinstadt eventuell von Nachteil, wenn es um die Anwerbung von Mitarbeitern geht?

Sicherlich ist für viele junge Anwältinnen und Anwälte Hamburg attraktiver als Stade. Wir konzentrieren uns daher bei der Anwerbung junger Talente für unseren Stader Standort ganz bewusst auf Personen, die eine Beziehung zu Stade haben, die zum Beispiel einen Partner haben, der hier arbeitet. Nur jemanden allein über den Job dafür zu gewinnen, dass er von Hamburg nach Stade zieht, funktioniert eher nicht. Das haben wir schon gemerkt. Das Büro in Hamburg könnt uns aber auch dabei helfen, dass sich verstärkt Referendarinnen und Referendare für eine Anwalts– oder Wahlstation bei uns interessieren.