ReFas kämpfen für eine Änderung der Ausbildereignungsverordnung

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Seit Jahren geht die Zahl der Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte (ReFa) zurück. Anwältinnen und Anwälte beschweren sich, dass sie kaum noch qualifiziertes Kanzleipersonal finden. Mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem aktiven Berufsleben wird sich die angespannte Situation noch weiter verschärfen. Der Reno Bundesverband überlegt schon seit langem, wie ihr Beruf wieder attraktiver werden könnte.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Ausbildung. Der Bundesverband setzt sich dafür ein, dass Geprüfte Rechtsfachwirte die ReFa-Ausbildung in eigener Verantwortung übernehmen können. So ist es in den meisten Ausbildungsberufen der Fall, bei der Ausbildung von ReFas und ReNos jedoch nicht. Nach der ReNoPatAusbilder-Eignungsverordnung dürfen nur diejenigen ausbilden, die zur Rechtsanwaltschaft zugelassen sind, also die Anwältinnen und Anwälte. Dabei besitzen geprüfte Rechtsfachwirte bereits die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, um die Ausbildung der ReFas verantwortlich zu übernehmen. Im Rahmen ihrer Rechtsfachwirtprüfung müssen sie sogar den theoretischen Teil nach der Ausbilder-Eignungsverordnung absolvieren. Von dem praktischen Teil sind sie jedoch befreit. Daher verfügen sie derzeit weder kraft Gesetzes über die notwendige fachliche Eignung, noch dürfen sie diese durch Ablegen einer Ausbildereignungsprüfung erwerben.

Diesen Missstand will der Reno Bundesverband beheben. So sprechen viele gute Argumente dafür, die ReFa-Ausbildung kraft Verordnung verantwortlich in die Hände der Geprüften Rechtsfachwirte zu legen. In der Praxis übernehmen sie die Aufgabe ohnehin bereits. „Die Anwältinnen und Anwälte können sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und die Rechtsfachwirte haben als Ausbilder eine verantwortungsvolle Aufgabe, die zu einer verstärkten Mitarbeiterbindung führt und auch die Attraktivität des Ausbildungsberufs erhöht“, sagt Ronja Tietje, Geprüfte Rechtsfachwirtin/Notarfachwirtin und Vorstandsmitglied im Reno Bundesverband.

Der Bundesverband hat sich mit seinem Vorschlag sowohl an die Bundesrechtsanwaltskammer, den Deutschen Anwaltverein und das Bundesjustizministerium gewandt – und das erstmals vor mehr als drei Jahren. Passiert ist in der Zwischenzeit so gut wie nichts. Allein die Klagen über den Mangel an ReFas sind lauter geworden.