Anwälte haben Nachholbedarf bei Personalführung

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Für die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland wird es immer schwieriger qualifiziertes Personal zu finden. Denn obgleich die Zahl der Anwälte in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen ist, gibt es immer weniger Kanzlei-Fachpersonal. Noch im Jahr 1980 haben 36.077 Rechtsanwälte insgesamt 10.442 Ausbildungsverträge im Berufsfeld ReNo abgeschlossen. Im Jahr 2015 hat sich die Zahl der Ausbildungen halbiert auf nur noch 5.301 Ausbildungsverträge. In der gleichen Zeit hat sich jedoch die Zahl der Anwälte mehr als vervierfacht auf 163.779. Hinzu kommt, dass immer mehr Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst werden.

Jetzt hat sich das Soldan Institut in seinem jüngsten Forschungsbericht mit diesem Problem und dem nicht immer ganz spannungsfreien Miteinander von Rechtsanwälten und ihren Mitarbeitern auseinandergesetzt. Die Kölner Berufsforscher haben die Arbeitsplatzsituation und die menschlichen Beziehungen in Anwaltskanzleien arbeitspsychologisch umfassend untersucht. Dabei beschäftigen sie sich mit Faktoren wie soziale Unterstützung, Mitarbeiterführung, Kommunikation und Mitarbeiterbindung. An der umfangreichen Untersuchung haben sich 3.193 Kanzlei-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie 773 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beteiligt.

„Mit unserem Forschungsprojekt wollen wir klären, welche Herausforderungen die Anwaltschaft leisten muss, um auch weiterhin Fachpersonal für den Beruf zu interessieren und an Kanzleien zu binden“, erklärt Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts. Deshalb werden auch die Problemfelder des Arbeitnehmer-Arbeitgeberverhältnisse in Kanzleien näher untersucht. Anwälte sind zwar juristisch exzellent ausgebildet, aber nicht für die ebenso wichtigen Fragen der Unternehmensführung. „Die Notwendigkeit, dass sich Anwälte mit Themen wie Personalführung und Kommunikation in ihrer Kanzlei beschäftigen, wird durch die im Rahmen der Studie nachgewiesenen Abweichungen der Selbst- und Fremdeinschätzung unterstrichen“, hat Kilian festgestellt.

Der Forschungsbericht des Soldan Instituts „Rechtsanwälte und ihre Mitarbeiter“ (Band 22) von Prof. Dr. Matthias Kilian und Kerstin Heckmann B.A. ist im Deutschen Anwaltverlag erschienen (ISBN 978-3-8240-5435-0).

 

Ansprechpartner Institut:

Prof. Dr. Matthias Kilian
Soldan Institut
Weyertal 59
50937 Köln
Tel.: 0221 5481 1123
Fax: 0221 5481 1125
Mobil: 0172 63 93 699
kilian@soldaninstitut.de

 

Pressekontakt:

Annika Wolf
Hans Soldan GmbH
Bocholder Str. 259
45356 Essen
Tel.: 0201 8612-104
Tel.: 0201 8612-108
Mobil: 0172 63 93 324
presse@soldaninstitut.de

 

Über das Soldan Institut:

Das Soldan Institut wurde 2002 als unabhängige Forschungseinrichtung gegründet. Ziel des von einem gemeinnützigen Verein getragenen Instituts ist die Erforschung der Strukturentwicklung der Anwaltschaft und der sich hieraus ergebenden Bedingungen für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Tätigkeit von Anwaltskanzleien. Das Institut betreibt eigene empirische Anwaltsforschung, deren Ergebnisse Rechtsanwälten, Institutionen der deutschen Anwaltschaft, politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der gemeinnützige Trägerverein des Instituts wird von der Hans Soldan Stiftung, dem Deutschen Anwaltverein, der Bundesrechtsanwaltskammer und Wolters Kluwer Deutschland unterstützt. Der Institutsdirektor, Prof. Dr. Matthias Kilian, ist Inhaber einer Professur u.a. für Anwaltsrecht und anwaltsorientierte Juristenausbildung der Universität zu Köln.

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