Soldan Moot: Lernen, Spaß haben und Kontakte knüpfen – trotz Pandemie

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Studierende haben es derzeit nicht leicht. Aufgrund der Corona-Pandemie findet auch das 3. Semester in Folge nur online statt. Vieles, was ein Studium ausmacht, zum Beispiel der Austausch mit Kommilitonen, ist derzeit kaum möglich. Eine gute Möglichkeit, aus dieser Isolation zumindest virtuell auszubrechen, bietet der Soldan Moot Court. In diesem Jahr geht der renommierte Wettbewerb für Studierende deutscher Jura-Fakultäten in die 9. Runde. Anhand eines fiktiven Falles wird ein deutsches Gerichtsverfahren simuliert. Die Studierenden beschäftigen sich als Interessenvertreter mit einem Fall, würdigen Beweismittel und formulieren Rechtsmeinungen. Die einzelnen Teams schreiben die Klageschrift und später auch die Klageerwiderung. In den darauffolgenden mündlichen Verhandlungen treten die Teams gegeneinander an und versuchen mit guten Argumenten und Verhandlungsgeschick, die Juroren – alles Anwälte, Juraprofessoren und Richter – von ihrer Position zu überzeugen.

In diesem Jahr sind die mündlichen Verhandlungen für den Zeitraum vom 6. bis 9. Oktober angesetzt. „Derzeit können wir allerdings noch nicht abschätzen, ob die mündlichen Verhandlungen als Präsenzveranstaltung in Hannover stattfinden können“, sagt Prof. Dr. Christian Wolf. Er leitet das Institut für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA) an der Universität Hannover und ist zuständig für die wissenschaftliche und organisatorische Durchführung des Wettbewerbs.

Gleichwohl hat sich sein Organisationsteam einiges einfallen lassen, damit der Soldan Moot auch unter den Pandemie-Bedingungen attraktiv für die Teilnehmer ist. Angeboten werden zum Beispiel ein „Coaching for Coaches“, ein Online-Format für Team-Betreuerinnen und -Betreuer. Sie können darüber ihre Fähigkeiten in Teamführung, -organisation und -motivation verbessern. Zudem wird ihnen Grundlagenwissen zum anwaltlichen Schreiben und Berufsrecht vermittelt, das sie dann an ihre Teams weitergeben können.

Auch für die Teilnehmenden sind diverse Programme geplant. So wird es Schulungsveranstaltungen zu den mündlichen Verhandlungen geben.  Während des Moot Courts wird zudem ein Austausch (auch virtuell) durch gemeinsames Kochen und „Break-out Sessions“ möglich sein. „Es wird ein Leben nach der Pandemie geben. Deshalb sollten die Studierenden die Gelegenheit nutzen und jetzt ihre Kontakte für später knüpfen. Der Soldan Moot Court bietet ihnen diese Chance durch eine Vielzahl an teilnehmenden Praktikern und die Vernetzung mit Kanzleien, insbesondere bei der 2. Soldan Moot Kanzleibörse“, sagt Wolf.

Der Soldan Moot Court wird von der Soldan Stiftung, der Bundesrechtsanwalts-kammer, dem Deutschen Anwaltverein sowie dem deutschen Juristen-Fakultätentag gemeinsam veranstaltet. Ausgezeichnet werden der beste Klägerschriftsatz („Der Bundesrechts-anwaltskammer-Preis“), der beste Beklagtenschriftsatz („Der Deutschen Anwaltverein-Preis“), die beste mündliche Leistung in der Vorrunde („Der Deutsche Juristen-Fakultätentag-Preis“) sowie der Sieger im Finale („Der Hans Soldan-Preis“).

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Terminen unter soldanmoot.de