Legal Tech ist auch eine Generationenfrage

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Wird Legal Tech der Anwaltschaft eher nutzen oder schaden? Bei der Beurteilung dieser Frage scheiden sich die Generationen, beziehungsweise die „digital natives“ und die „digital  immigrants“. Das geht aus den jüngsten Untersuchungen zum Berufsrechtsbarometer 2017 hervor, für die das Soldan Institut 1.157 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte befragt hat. Nach dieser Studie ist fast die Hälfte der Befragten unter 40 Jahren der Auffassung, dass sich Rechtsanwälte Legal Tech zunutze machen werden. Bei den Anwälten über 60 Jahre waren es hingegen weniger als ein Drittel. In der Altersgruppe 60 + gaben 42 Prozent an, dass sie sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt haben und demzufolge auch keine Einschätzung abgeben können. Bei den unter 40-Jährigen gaben nur 19 Prozent diese abschlägige Antwort.

Deutliche Unterschiede bei der Bewertung von Legal Tech existieren ebenfalls je nach dem Grad der Spezialisierung der Berufsträger. So sehen generalistisch tätige Rechtsanwälte Legal Tech eher als Bedrohung an als ihre Kollegen, die sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben. „Zu besonders positiven Einschätzungen von Legal Tech gelangen Rechtsanwälte, die sich als Spezialisten für Rechtsgebiete und Zielgruppen begreifen, obgleich sie auch besonders häufig davon ausgehen, dass Legal Tech Rechtsanwälte aus ihrem traditionellen Geschäftsfeld verdrängen werden“, stellt der Direktor des Soldan Instituts Prof. Dr. Matthias Kilian fest, der an der Universität Köln lehrt und forscht.