beA: Verschoben ist nicht aufgehoben

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Eigentlich sollte jede Anwältin und jeder Anwalt seit Anfang des Jahres über ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) verfügen können. Doch die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hat den Starttermin erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. „Uns ist die Entscheidung, den Start des beA zu verschieben, nicht leicht gefallen“, erklärte BRAK-Präsident Ekkehart Schäfer. „Wir haben aber eine besondere Verantwortung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, das beA erst dann zur Verfügung zu stellen, wenn wir sicher sind, dass alle Funktionalitäten verlässlich den Nutzern zur Verfügung stehen.“

Bei den Tests des beA-Systems Ende 2015 hatte sich herausgestellt, dass die meisten Funktionalitäten zwar grundsätzlich zur Verfügung stehen, die Nutzerführung aber noch nicht ausreichend klar und eindeutig gestaltet ist. Missverständliche Dialoge und Schaltflächen führten zu Irrtümern in der Bedienung und Fehlfunktionen. Das mit der Entwicklung des beA beauftragte IT-Unternehmen Atos arbeitet mit Hochdruck daran, die Fehler zu beheben. Im Anschluss soll dann eine neue Testphase stattfinden.

Anwälte sollten sich für beA rüsten

An der technischen Konzeption des Postfachs ändere sich jedoch nichts, teilt die BRAK weiter mit. Vor der tatsächlichen Inbetriebnahme werde es eine so genannte Erstregistrierung geben. Dafür ist die besondere Sicherheitskarte – die beA-Karte – erforderlich. „Die bestellten und teilweise auch ausgelieferten Karten und Kartenlesegeräte können selbstverständlich verwendet werden“, heißt es bei der BRAK.

Trotz der zeitlichen Verschiebung sollten alle Anwältinnen und Anwälte sich jedoch mit dem beA und digitalen Kanzleiabläufen vertraut machen und nicht erst warten bis der elektronische Rechtsverkehr für alle verpflichtend ist, rät Soldan-Produktmanagerin Bettina Kauffel. Anwältinnen und Anwälte sollten zum Beispiel überprüfen, ob die IT Infrastruktur in ihrer Kanzlei auch wirklich den Anforderungen für den elek-tronischen Rechtsverkehr genügt. Auch Arbeitsabläufe sind von den Veränderungen betroffen und sollten ebenfalls einem Check unterzogen werden.