Studie: Work-Life-Balance und attraktive Vergütung ist den Juristen besonders wichtig

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Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu binden, ist schwieriger geworden. Deshalb müssen sich die meisten Arbeitgeber heute mit der Frage beschäftigen, wie sie Bewerber am besten für sich gewinnen können. „Bisher gängige Wege an Top-Kandidaten heranzukommen, funktionieren nur noch teilweise und stetig kommen neue Kanäle hinzu, um passende Bewerber mit Unternehmen zu verknüpfen“, beobachtet Andreas Mohr, Geschäftsführer von Perconex. Die auf die Vermittlung von Juristen spezialisierte Personalberatung hat in einer aktuellen Studie den juristischen Bewerbermarkt und das Arbeitsumfeld näher untersucht. Daran beteiligt haben sich 527 Volljuristinnen und
-juristen: Sie arbeiten zu 41 Prozent in Kanzleien und zu 59 Prozent in Rechtsabteilungen von Unternehmen, sind im Durchschnitt 37,2 Jahre alt und verfügen über 6,8 Jahre Berufserfahrung.

Wie aus der Untersuchung hervorgeht, suchen sich die Bewerber heute ihren perfekten Arbeitgeber anhand bestimmter Kriterien selbst aus. Dabei spielen Work-Life-Balance, eine attraktive Vergütung und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten (etwa transparente und nachvollziehbare Karriereoptionen sowie Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten) eine entscheidende Rolle. Auch die Möglichkeit, sich auf ein Rechtsgebiet spezialisieren zu können, ist für die Hälfte der Befragten wichtig. Arbeitgeberangebote im Home-Office oder in Teilzeit zu arbeiten, sind dagegen nur für 35 bis 40 Prozent der Befragten entscheidende Kriterien.

Die Studie zeigt ebenfalls, dass sich die Art und Weise der Kommunikation durch das Internet gewandelt hat. So nutzen 78,2 Prozent der befragten Juristen regelmäßig Whatsapp, 66,0 Prozent XING und 56,1 Prozent Facebook. Unter den Jobportalen spielt bei Juristen „Stepstone“ die größte Rolle – die Nummer 1 laut der Studie. Auf dem zweiten Platz liegt der Beck Stellenmarkt, ganz dicht gefolgt von XING. Aus der Befragung geht aber auch hervor, dass stark digital ausgerichtete Angebote wie LTO oder Juve noch Nachholbedarf haben. Interessant ist, dass drei Viertel der Befragten sich online die Bewertungen ihrer potenziellen Arbeitgeber anschauen. Hingegen gaben aber nur 20 Prozent an, dass sie sich in ihrer Entscheidung von diesen Informationen leiten lassen.

Der Untersuchung zufolge würden sich 81 Prozent der Befragten auch auf einer Bewerberplattform registrieren, um anonym gefunden zu werden. Diese Ergebnisse sind auch ein Beleg dafür, dass die Übermacht der Arbeitgeber im Recruiting-Prozess inzwischen der Vergangenheit anzugehören scheint. Dazu passt auch, dass die Kandidaten es negativ bewerten, wenn sich Unternehmen und Kanzleien zu lange Zeit mit den Bewerbungen lassen. Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer wünschen sich innerhalb von zwei Woche eine Reaktion auf ihre Bewerbung.

Angst um ihre berufliche Zukunft scheinen die Juristen im Übrigen nicht zu haben: Lediglich 14,2 Prozent rechnen damit, dass künstliche Intelligenz und Computer die Arbeit von Juristen in der Zukunft ersetzen werden.