„Wir wollen Unterhaltung und Expertenwissen neu miteinander kombinieren“

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Anwälte, Wirtschaftsprüfer, Vertreter von Start-ups und Techies treffen am 27. April 2017 in Düsseldorf beim ersten Legaltech Idea Slam aufeinander. Veranstalter ist der Digital Innovation Hub Düsseldorf/ Rheinland. Sein Ziel ist es, digitale Innovationen in der regionalen Wirtschaft durch den intensiven Austausch und die enge Zusammenarbeit von Start-ups, Hochschulen, Mittelstand und Industrie zu fördern. Er wird unterstützt von „Digitale Wirtschaft NRW“, einer Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk.

Welche Ziele er mit dem Legaltech Idea Slam verfolgt, erklärt Dr. Klemens Gaida, Geschäftsführer des Start-up-Inkubators 1stMove und des Digital Innovation Hub Düsseldorf/ Rheinland. Partner dieser Veranstaltung ist unter anderem der Anwaltszukunftskongress, der am 8. Und 9. September ebenfalls in Düsseldorf stattfinden wird.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein solches Format zu veranstalten?

Düsseldorf ist die heimliche Hauptstadt der Anwälte und Wirtschaftsprüfer und trotzdem gab es bislang noch keine Veranstaltungen zum Thema Legaltech. Diese Lücke wollten wir als digihub unbedingt schließen.

Wie funktioniert ein Idea Slam genau?

Bei einem Idea Slam geht es um die freie, ungefilterte und zuerst einmal bewertungsfreie Kurzpräsentation von Ideen, Beobachtungen und Feststellungen aller Art, in diesem Fall zum Thema Legaltech. Das können schon erste Produkt- und Geschäftskonzeptskizzen sein, aber auch genauso gut Probleme ohne konkrete Lösungsvorschläge, Trendbeobachtungen oder Expertenanalyen – einfach alles, wohinter sich möglicherweise eine Innovationsidee verbergen kann. Wie bei einem Poetry Slam entscheidet das Publikum mit seinem Applaus, welcher Vortrag am unterhaltsamsten und spannendsten war. Die besten drei Vorträge werden dann weiter diskutiert.

Welche Erwartungen haben Sie an die Veranstaltung?

Dr. Klemens Gaida, Geschäftsführer Digital Innovation Hub Düsseldorf

Zuerst einmal wollen wir gute Unterhaltung und echtes Expertenwissen auf neuartige Weise miteinander kombinieren, so dass alle Teilnehmer gemeinsam einen angenehmen und lehrreichen Abend verbringen. Wenn sich dann noch die eine oder andere Innovationsidee in der Diskussion der besten Vorträge herausarbeiten und im Nachgang zur Veranstaltung sogar weiterverfolgen lässt, haben wir unser absolutes Maximalziel erreicht. Aber auch ohne neue Projektinitiativen sind wir sicher, dass jeder Teilnehmer für sich gute Impulse und Inspirationen mit nach Hause nimmt.

Rechtsberatung und Digitalisierung – wie passt das zusammen?

Das ist eine gute Frage, denn hier wird eine sehr persönliche Dienstleistung mit total unpersönlichen, technischen Funktionen kombiniert. Aber auch in der Rechtsberatung und Wirtschaftsprüfung macht sich der zunehmende Spezialisierungs-, Optimierungs- und Preisdruck immer stärker bemerkbar. Die Digitalisierung bietet für diese Herausforderung spannende Lösungen. Dazu gehören zum Beispiel Workflow-Automatisierung, Data Mining, Data Analytics und vieles andere mehr.

Welches Potential sehen Sie im Bereich Legaltech?

Das Digitalisierungspotenzial im Bereich Legaltech sehe ich vor allem in dem Bereich einfacher, wiederkehrender Aufgaben und im Bereich von Spezialaufgaben, wenn es etwa um komplexe und umfangreiche Dokumente geht wie bei der Due Dilligence. Generell wird meines Erachtens noch mehr der heutigen „Handarbeit“ in halbautomatischen Workflow-, Vertragstext- und Prüfsystemen aufgehen – und das wird auch mit einem Abbau von Personal einhergehen.