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Aktentresor & Dokumententresor
Wann sollte ich einen Tresor oder Wertschutzschrank anschaffen?
Sicherheitsmaßnahmen wie ein Tresor sind immer dann sinnvoll, wenn ein unbefugter Zugriff, ein Diebstahl oder ein Brand ernsthaften Schaden anrichten würde und ein einfacher abschließbarer Schrank dieses Risiko nicht ausreichend abdecken kann.
In einer Kanzlei ist das beispielsweise der Fall, wenn Sie unersetzliche Originale wie Testamente, Urkunden oder Vollmachten aufbewahren, aber auch, um sensible personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO zu schützen.
Außerdem sind zertifizierte Tresore oder Wertschutzschränke oft eine verbindliche Versicherungsauflage. Diese wird Ihnen beim Abschluss aber üblicherweise mitgeteilt.
Verschiedene Arten von Tresoren und Wertschutzschränken
Abhängig davon, was und wo Sie es aufbewahren möchten, kommen verschiedene Möglichkeiten für Sie in Frage:
- Akten- und Dokumententresore schützen Papierunterlagen wie Verträge, Urkunden und Mandantenakten vor Einbruch und Feuer.
- Wertschutzschränke sind die richtige Wahl für Bargeld, Wertgegenstände und besonders schützenswerte Dokumente mit höherem Versicherungsbedarf.
- Tresorschränke für große Aktenmengen fassen je nach Modell rund 50–78 Ordner.
- Möbeltresore lassen sich in bestehende Büromöbel einbauen und sind dadurch auch auf engem Raum eine platzsparende Lösung.
Sicherheitsstufen und Brandschutzklassen
Tresore und Wertschutzschränke werden nach zwei voneinander unabhängigen Kriterien eingeordnet: der Sicherheitsstufe (auch Widerstandsklasse oder Einbruchschutz) und der Brandschutzklasse. Beide sind getrennt zu betrachten, denn ein einbruchhemmender Schrank ist nicht automatisch auch feuerfest.
Sicherheitsstufen
Die Sicherheitsstufe beschreibt, wie lange ein Schrank einem gewaltsamen Aufbruchsversuch standhält. Geprüft und zertifiziert wird sie von unabhängigen Stellen wie VdS oder ECB·S (European Certification Body).
Leichte Sicherheitsschränke nach EN 14450 erreichen die Stufen S1 und S2 und bieten einen typgeprüften Einbruchschutz, der üblicherweise für die zugriffsgeschützte Aufbewahrung vertraulicher Kanzleiunterlagen angemessen ist.
Höhere Anforderungen deckt die Norm EN 1143-1 ab: Hier findet die Einstufung in die Widerstandsgrade 0 bis 6 statt. Diese liegen über S1 und S2 und sind gefragt, wenn größere Bargeldbestände oder Wertgegenstände abgesichert und höher versichert werden sollen – etwa Schmuck beim Juwelier oder hohe Bargeldbestände im Einzelhandel.
Es gilt: Je höher die Stufe, desto länger der Widerstand und desto höher auch die mögliche Versicherungssumme.
Brandschutzklassen
Auch beim Feuerschutz gibt es zwei Normen: Die Klassen der EN 15659 tragen die Kürzel LFS 30 und LFS 60 P, die für „leichten Feuerschutz“ für 30 bzw. 60 Minuten stehen.
Die Klassen der anspruchsvolleren EN 1047-1 (S 60 und S 120) durchlaufen zusätzlich einen Sturztest, der einen Gebäudeeinsturz simuliert. Die Zahl gibt die jeweilige Schutzdauer an und meint damit die Zeit, in der die Temperatur im Inneren des Tresors nicht so weit ansteigen darf, dass der Inhalt Schaden nimmt. Für hitzeempfindlichere Medien wie digitale Datenträger gibt es zusätzlich die strengeren Klassen D oder DIS.
Für die laufende Aktenführung in einer Kanzlei ist der leichte Feuerschutz nach EN 15659 in der Regel eine sinnvolle und ausreichende Grundsicherung. Wenn Sie hingegen unersetzliche Originale wie Testamente und Urkunden oder digitale Datenträger dauerhaft schützen möchten, kann eine höhere Norm sinnvoll sein.
So finden Sie den passenden Tresor
Die Wahl des richtigen Tresors oder Wertschutzschranks hängt von verschiedenen Faktoren ab. Definieren Sie vorab Ihre Anforderungen, um schnell die passende Sicherheitslösung für Ihre Kanzlei, Ihr Büro oder Unternehmen zu finden.
Art der aufzubewahrenden Sachen
Je nach Inhalt unterscheiden sich die Anforderungen an Größe, Innenausstattung, Sicherheitsklasse und Feuerschutz des Tresors.
Festgelegte Versicherungssumme
Häufig knüpfen Versicherungen die Höhe der versicherbaren Werte an die Sicherheitsklasse des Tresors. Berücksichtigen Sie daher schon vor dem Kauf die entsprechende Versicherungssumme.
Bevorzugtes Schließsystem
Tresore sind mit unterschiedlichen Schließmechanismen erhältlich. Klassische Schlüsselschlösser überzeugen durch ihre einfache Bedienung und Zuverlässigkeit. Mechanische oder elektronische Zahlenschlösser ermöglichen hingegen eine komfortable Nutzung, ohne einen Schlüssel verlieren zu können.
Standort des Tresors
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Auswahl das Gewicht des Tresors, die Bodenbeschaffenheit und die Möglichkeit zur Verankerung – kleine Tresore sollten fest mit dem Boden oder der Wand verbunden sein.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Tresor und einem abschließbaren Stahlschrank?
Ein handelsüblicher abschließbarer Schrank (z. B. ein klassischer Flügeltürenschrank) schützt vor allem vor unbefugtem Zugriff im Alltag. Ein Tresor oder Wertschutzschrank ist dagegen ein geprüftes Sicherheitsbehältnis mit mehrwandigem, schwerem Korpus, zertifiziertem Schloss und definierter Widerstandszeit.
Welche Sicherheitsstufe braucht eine Kanzlei?
Für die zugriffsgeschützte Aufbewahrung vertraulicher Mandantenunterlagen ist ein Sicherheitsschrank der Stufe S2 in der Regel angemessen, da weniger hohe Bargeldbestände als vielmehr sensible Dokumente zu schützen sind. Wichtig ist die Kombination aus Zugriffsschutz und Brandschutz. Wer regelmäßig höhere Werte oder Mandantengelder verwahrt, sollte einen Wertschutzschrank nach EN 1143-1 und damit höherer Schutzklasse in Betracht ziehen.
Woran erkenne ich einen zertifizierten Tresor?
Achten Sie bei der Auswahl im Produkttext auf die Angabe einer ECB·S- oder VdS-Zertifizierung. Im Schrank finden Sie zudem eine Prüfplakette (meist an der Türinnenseite) mit Angabe der konkreten Norm und der jeweiligen Sicherheits- bzw. Brandschutzklasse.